Publikationen

Quellen und Forschungen zu Thüringen im Zeitalter der Reformation

Im Auftrag der "Historischen Kommission für Thüringen" herausgegeben von Werner Greiling und Uwe Schirmer in Verbindung mit Joachim Bauer, Enno Bünz, Ernst Koch, Armin Kohnle, Josef Pilvousek und Ulman Weiß, Böhlau Verlag Köln/Weimar/Wien.


Bd. 5: Luther als Vorkämpfer?

Werner Greiling / Holger Böning / Uwe Schirmer (Hg.), Luther als Vorkämpfer? Reformation, Volksaufklärung und Erinnerungskultur um 1800 (= Quellen und Forschungen zu Thüringen im Zeitalter der Reformation, 5), Köln/Weimar/Wien 2016, 364 Seiten, ISBN: 978-3-412-50556-1.


Luther als Vorkämpfer

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Zwischen 1750 und 1850 versuchte die Volksaufklärung religiöse, moralische, kulturelle und politische Vorstellungen zu vermitteln, die das "Volk" erziehen und bilden sowie gemeinen Nutzen stiften sollten. Zahlreiche protestantisch geprägte Volksaufklärer waren dabei der Überzeugung, dass die Reformation im 16. Jahrhundert den Grundstein für das Zeitalter der Aufklärung gelegt habe. Spätestens mit dem Jubiläum von 1817 fanden in ihren Schriften die Reformation und die "Lichtgestalt" Martin Luther eine außerordentlich positive Zuschreibung. Der Band widmet sich verschiedenen Facetten dieser besonderen Reformations- und Lutherrezeption, fragt nach den Rückwirkungen auf die gemischtkonfessionelle Gesellschaft in Deutschland und bezieht auch übergreifende Fragen zur Jubiläums- und Erinnerungskultur ein.






Bd. 4: Negative Implikationen der Reformation?

Werner Greiling / Armin Kohnle / Uwe Schirmer (Hg.), Negative Implikationen der Reformation? Gesellschaftliche Transformationsprozesse 1470-1620 (= Quellen und Forschungen zu Thüringen im Zeitalter der Reformation, 4), Köln/Weimar/Wien 2015, 439 Seiten, ISBN: 978-3-412-50153-2.


Cover - Negative Implikationen

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Inwieweit hat die Reformation neben den heute als positiv erachteten Veränderungen in Kirche und Gesellschaft auch zu "negativen" Erscheinungen geführt? In diesem Band werden einerseits die Vorstellungen von der Freiheit eines Christenmenschen, dem Dienst am Nächsten sowie dem Verständnis von Kirche als unhierarchische Gemeinschaft und andererseits der zeitgenössische Antijudaismus, die individuelle Entmündigung sowie der aufkommende Anstaltsstaat samt Sozialdisziplinierung in Beziehung gesetzt und näher untersucht. Der scheinbare oder tatsächliche Widerspruch zwischen den reformatorischen Errungenschaften und den "negativen Implikationen" werden aus historischer Perspektive ergründet und zur Diskussion gestellt.







Bd. 3: Der Altar von Lucas Cranach d. Ä. in Neustadt an der Orla

Werner Greiling / Uwe Schirmer / Ronny Schwalbe (Hg.), Der Altar von Lucas Cranach d. Ä. in Neustadt an der Orla und die Kirchenverhältnisse im Zeitalter der Reformation (= Quellen und Forschungen zu Thüringen im Zeitalter der Reformation, 3), Köln/Weimar/Wien 2014, 527 Seiten, ISBN: 978-3-412-22341-0.


Cranach-Band

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Der Altar in der Kirche St. Johannis zu Neustadt an der Orla kann mit Sicherheit als eine Werkstattarbeit von Lucas Cranach dem  Älteren angesehen werden. Historiker, Kunsthistoriker, Kirchenhistoriker, Theologen und Restaurierungswissenschaftler vermitteln zahlreiche neue Erkenntnisse zu diesem bedeutenden, seit 500 Jahren an gleicher Stelle und in gleicher Funktion befindlichen Kunstwerk. Auch über die Kirchen­verhältnisse in Thüringen, die Motive für den Altarkauf von 1513 sowie die Präsenz Martin Luthers und des örtlichen Klerus für die Reformation vor Ort bietet er vielfältige neue Einsichten. Ediert und kommentiert werden zudem alle Quellen, die die Finanzierung, den Kauf und die Aufstellung des Neustädter Altars dokumentieren.







Bd. 2: Mutianus Rufus und sein humanistischer Freundeskreis in Gotha

Eckhard Bernstein, Mutianus Rufus und sein humanistischer Freundeskreis in Gotha (= Quellen und Forschungen zu Thüringen im Zeitalter der Reformation, 2), Köln/Weimar/Wien 2014, 429 Seiten, ISBN: 978-3-412-22342-7.


Bernstein-Titel

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Der Gothaer Humanist und Kanoniker Conradus Mutianus Rufus (1470-1526) war eine der großen Gestalten des deutschen Renaissance-Humanismus. Diese Biografie, die erste über ihn, zeichnet ein lebendiges und detailliertes Bild der äußeren Lebensumstände und der geistigen Welt Mutians. Hauptquelle für die Studie sind die über 600 auf Lateinisch geschriebenen Briefe. Sie erlauben uns nicht nur eine einzigartige Innenansicht in das Denken eines bemerkenswerten Intellektuellen der Zeitenwende um 1500, sondern auch Einblicke in jenen Kreis, den er seit 1504 um sich geschart hatte und zu dem Männer wie Georg Spalatin, die Dichter Eobanus Hessus und Euricius Cordus, der Satiriker Crotus Rubeanus, die Juristen Peter Eberbach und Herebord von der Marthen sowie die Theologen Justus Jonas und Johannes Lange gehörten, alles Persönlichkeiten, die in den großen Auseinandersetzungen der Zeit wie der Reuchlin-Affäre und der Reformation eine bedeutsame Rolle spielten.





Bd. 1: Vor- und Frühreformation in thüringischen Städten (1470-1525/30)

Joachim Emig / Volker Leppin / Uwe Schirmer (Hg.), Vor- und Frühreformation in thüringischen Städten (1470-1525/30) (= Quellen und Forschungen zu Thüringen im Zeitalter der Reformation, 1), Köln/Weimar/Wien 2013, 482 Seiten, ISBN: 978-3-412-20921-6.



Vor-und Frühreformation-TitelVerlagslink

Der mitteldeutsche Raum gilt als das Geburtsland der Reformation. Sie etablierte sich zunächst in den Städten dieser Region. Dennoch sind die spannungsreichen Entwicklungen am Vorabend der Reformation und während ihrer frühen Einführung und Verbreitung für die Städte Thüringens bisher kaum erforscht worden. Die Beiträge über die sozialen, mentalen, gesellschaftspolitischen und verfassungsrechtlichen Veränderungen und Konflikte in thüringischen Städten an der Wende zum 16. Jahrhundert stellen neue Erkenntnisse vor und laden zu ihrer Diskussion ein.









Beiträge zur Reformationsgeschichte in Thüringen

Herausgegeben von Werner Greiling, Alexander Krünes und Uwe Schirmer im Vopelius Verlag Jena.


Bd. 10: Die Täufer in Thüringen

Astrid von Schlachta, Die Täufer in Thüringen. Von wehrlosen Anfängen zur wehrlosen Gelassenheit (= Beiträge zur Reformationsgeschichte in Thüringen, 10), Jena 2017, 102 Seiten, ISBN:  978-3-939718-32-1.


Schlachta-Bd. Verlagslink

Vom Wunsch, mit Hilfe von Gewalt und Waffen das Reich Gottes auf Erden zu bauen und die Gesellschaft zu verändern, bis hin zu einem Leben, das geprägt war von Wehrlosigkeit, Gelassenheit und Absonderung - eine Bandbreite, die die Täufer in Thüringen, aber auch in den angrenzenden Regionen Frankens und Hessens kennzeichnete.
Die Geschichte der Täufer in Thüringen beginnt mit den Erbschaften des Bauernkrieges, die in die frühen täuferischen Gruppen hineinreichten. Der Umsturz der bestehenden Gesellschaftsordnung sollte in die täuferische Herrschaft am "Ende der Zeiten" überleiten. Als das "Ende der Zeiten" auf sich warten ließ, setzten sich unter den Täufern Ideen der Wehrlosigkeit und der weitgehend apolitischen Absonderung durch.
Das Buch zeigt, wie täuferisches Leben sich im Spannungsfeld von Verfolgung und Duldung, geheimen Versammlungen und missionarischem Streben sowie vom Aufbau von örtlichen Gemeinden und dem Zwang zur Auswanderung gestaltete
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Bd. 9: Reformation und Buchdruck

Vivien Stawitzke, Reformation und Buchdruck. Erfurt als frühes Medienzentrum (= Beiträge zur Reformationsgeschichte in Thüringen, 9), Jena 2017, 178 Seiten, ISBN:  978-3-939718-28-4.


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Nach Erfindung des Buchdrucks bildeten sich in Deutschland frühe Medienstandorte heraus, zu denen auch Erfurt zählt. Um 1500 ließen sich hier die ersten Drucker nieder und entfalteten eine rege Tätigkeit, die im gesamten Thüringer Raum zunächst ohnegleichen war. Als nach 1520 der Buchdruck zu einem "Katalysator" der Reformation avancierte, stieg auch in Erfurt die Produktion reformatorischer Schriften sprunghaft an. Die Studie untersucht die Wechselbeziehungen und Zusammenhänge der Erfurter Medienproduktion mit der reformatorischen Bewegung im Zeitraum zwischen 1499 und 1547. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob Erfurt als ein Zentrum für die Herstellung reformatorischen Schrifttums gelten kann. Hierfür werden die übergeordneten Zäsuren und entscheidenden Ereignisse der Reformationsgeschichte mit der Entwicklung des Buchdrucks in Erfurt sowie mit dem reformatorischen Geschehen vor Ort in Beziehung gesetzt. Neben einer quantitativen Auswertung der in Erfurt hergestellten Drucke werden einige ausgewählte Schriften auch inhaltlich näher betrachtet.





Bd. 8: Die Einführung der Reformation in Südthüringen

Kai Lehmann, Die Einführung der Reformation in Südthüringen (= Beiträge zur Reformationsgeschichte in Thüringen, 8), Jena 2016, 69 Seiten, ISBN:  978-3-939718-26-0.


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Südthüringen gliederte sich im beginnenden Reformationszeitalter im Wesentlichen in drei territoriale Gebiete: Die zum ernestinischen Kursachen gehörige Pflege Coburg, die gefürstete Grafschaft Henneberg-Schleusingen und die einem Kondominat zwischen Hessen und Henneberg unterworfene Herrschaft Schmalkalden. Der Schwerpunkt dieses Bandes liegt auf den beiden letztgenannten Herrschaftsgebieten. Dabei werden bisher nicht bzw. kaum beachtete Aspekte bei Hinwendung zur evangelischen Lehre dargestellt. Einerseits wird erstmals der Nachweis erbracht, dass es in der Stadt Schmalkalden keine strikte Trennung in einen hessischen und hennebergischen Teil gab. Dies hatte zur Folge, dass über fast zwei Dekaden eine konfessionelle Parallelität in Schmalkalden vorherrschte, ohne dass es zu religiösen Auseinandersetzungen kam. Anderseits werden die weltlichen Gesichtspunkte aufgezeigt, welche Graf Wilhelm IV. von Henneberg-Schleusingen zunächst im altgläubigen Lager hielten, ihn später dann aber doch dazu veranlassten, sich der Reformation zuzuwenden.






Bd. 7: Die Reformation in Jena und im Saaletal

Joachim Bauer, Die Reformation in Jena und im Saaletal (= Beiträge zur Reformationsgeschichte in Thüringen, 7), Jena 2016, 64 Seiten, ISBN:  978-3-939718-23-9.


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Jena gehört zu den reformatorischen Zentren in Thüringen. Schon in den frühen 1520er Jahren wirken in der zum Besitz der Ernestiner gehörenden Stadt reformatorisch gesinnte Prediger, die rasch die hier angesiedelten Klosterinsassen attackierten. Der städtische Rat scheint für die Neuerungen sehr aufgeschlossen gewesen zu sein, wie aus dem Briefwechsel mit Thomas Müntzer zu schließen ist. Luther besuchte mehrfach die Stadt und setzte sich in einer berühmt gewordenen Predigt 1524 mit Karlstadt auseinander, der von Orlamünde nach Jena gekommen war. Die frühen Visitationen nach dem Bauernkrieg zeugen davon, dass nun Jena fest lutherisch geworden war und mit der Gründung der Hohen Schule 1548 seinen festen Platz im Luthertum gefunden hatte.









Bd. 6: Zur Reformation gezwungen?

Stefan Michel, Zur Reformation gezwungen? Die Lehre Luthers und die Herren von Gera, Schleiz und Lobenstein (= Beiträge zur Reformationsgeschichte in Thüringen, 6), Jena 2016, 64 Seiten, ISBN: 978-3-939718-22-2.


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Die Reformation konnte sich im Herrschaftsbereich der Herren von Gera, Schleiz und Lobenstein nicht ohne weiteres durchsetzen. Die beiden Brüder Heinrich der Ältere und Heinrich der Jüngere unterdrückten alle reformatorischen Erscheinungen. Auch schlugen verschiedene Versuche des Kurfürsten Johann von Sachsen fehl, die neue Lehre in den Jahren 1526 und 1529 zu fördern. Erst sein Nachfolger, Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen, konnte 1533 die Durchführung einer Visitation erwirken, die der Reformation gegen den Willen der Herren von Gera zum Durchbruch verhalf. Auf der Grundlage zahlreicher ungedruckter Quellen wird ein lebendiges Bild von diesem dramatischen Prozess gezeichnet.









Bd. 5: Reformation und Bauernkrieg in Thüringen

Volker Graupner, Refomation und Bauernkrieg in Thüringen (= Beiträge zur Reformationsgeschichte in Thüringen, 5), Jena 2016, 60 Seiten, ISBN: 978-3-939718-97-0.


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Der Band widmet sich mit der Reformation und dem Bauernkrieg zwei Ereignissen von herausragender historischer Bedeutung. Dabei kulminierten gerade in Thüringen die Auseinandersetzungen zur Mitte der 1520er Jahre. Im Vordergrund steht die Frage, in welchem Wechselverhältnis Reformation und Bauernkrieg standen und wie sich beide Phänomene gegeseitig bedingten. Nach einem kursorischen Überblick zur Ausdehnung und zum Verlauf der Thüringer Aufstände von 1525 wird die gemäßigte bäuerliche Programmatik als verbindendes Element zwischen Reformation und Bauerkrieg vorgestellt. Die Position Martin Luthers zu diesem Aufruhr des "gemeinen Mannes" sowie die radikalen Reformvorstellungen Thomas Müntzers bilden zwei weitere Schwerpunkte der Darstellung








Bd. 4: Die Stadt Altenburg während der Reformation

Hans Joachim Kessler/Alexander Krünes, Die Stadt Altenburg während der Reformation (= Beiträge zur Reformationsgeschichte in Thüringen, 4), Jena 2016, 80 Seiten, ISBN: 978-3-939718-94-9.


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Die Reformation in der Stadt Altenburg ist unmittelbar mit dem Altenburger Pfarrer und Superintendenten Georg Spalatin verbunden, der als ranghoher Geistlicher und Vertrauter der sächsischen Kurfürsten zum "Steuermann der Reformation" avancierte. Dennoch kann die Altenburger Reformationsgeschichte nicht ausschließlich auf dessen Wirken reduziert werden. Dies zeigt dieser Band, der in besonderem Maße das Sozial- und Wirtschaftsgefüge Altenburgs in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts in den Blick nimmt und zugleich danach fragt, welchen Einfluss diese Strukturen auf den städtischen Reformationsprozess hatten. Eingeleitet wird der Band mit Ausführungen zum aktuellen Forschungsstand und einer Skizze zum Verlauf der Reformation in Altenburg.








Bd. 3: Luther und Thüringen

Ulman Weiß, Luther und Thüringen (= Beiträge zur Reformationsgeschichte in Thüringen, 3), Jena 2015, 64 Seiten, ISBN: 978-3-939718-93-2.


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Da die Eltern aus Thüringen ergab es sich, dass Martin Luther die prägenden Jahre der Bildungsbiographie in Eisenach und in Erfurt verbrachte. Doch verstand er sich nicht als Thüringer. Dem Schulbesuch in Eisenach folgte das Studium in Erfurt. Hier trat er auch dem Orden der Augustinereremiten bei, der ihn später nach Wittenberg versetzte. Durch die Ordensfunktionen hatte Luther Verbindungen nach Thüringen, die er für die reformatorische Umgestaltung nutzte. In seinem Selbstverständnis als "Werkzeug Gottes" wandte er sich entschieden gegen andere reformatorische Auffassungen, die in Thüringen Jacob Strauß, Andreas Bodenstein von Karlstadt und Thomas Müntzer verwirklichen wollten. Nach den Ereignissen des Bauernkrieges im Jahr 1525 wirkte Luther entscheidend auf die kirchliche Neuordnung in Thüringen ein und rechtfertigte hierbei auch die Verfolgung der Täufer.







Bd. 2: Religion und niederadliger Eigensinn

Alexander Jendorff, Religion und niederadeliger Eigensinn. Konfessionsbildung, ständische Selbstbehauptung und Fürstenherrschaft im Werra-Weser-Gebiet während des langen 16. Jahrhunderts (= Beiträge zur Reformationsgeschichte in Thüringen, 2), Jena 2015, 109 Seiten, ISBN: 978-3-939718-85-7.


Jendorff-Bd.

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Die Studie untersucht das Verhalten des Niederadels im Reformationsjahrhundert im Werra-Weser-Raum in mehrfach vergleichender Hinsicht. Dargestellt wird das kirchlich-spirituelle und politische Handeln von drei Adelsfamilien (Boyneburg, Hanstein, Adelebsen) vor dem Hintergrund der religiösen Veränderungen seit dem 14./15., insbesondere aber im 16. und beginnenden 17. Jahrhundert. Von diesen konkreten Fallbeispielen ausgehend wird der Blick auf die jeweiligen landespolitischen Rahmenbedingungen der niederadeligen Akteure geweitet und diese in den Kontext der Entwicklung in der Landgrafschaft Hessen(-Kassel), im kurmainzischen Eichsfeld und in den südniedersächsischen Herzogtümern gestellt. Die Untersuchung mündet dabei in die These, dass der Niederadel des Untersuchungsraumes die Reformation und die Konfessionsbildung erfolgreich als Chance begriff, sich als Stand landespolitisch und kirchlich zu behaupten.


 




Bd. 1:  Die Reformation in der Residenzstadt Gotha und ihrer Umgebung

Ernst Koch, "Mit Gottes und der Landesfürsten Hülf". Die Reformation in der Residenzstadt Gotha und ihrer Umgebung (= Beiträge zur Reformationsgeschichte in Thüringen, 1), Jena 2015, 90 Seiten, ISBN: 978-939718-75-8.


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Der Band skizziert in vielfältiger Weise die Prozesse, die zur Einführung der Reformation in der Residenzstadt Gotha geführt haben. Dabei zeigt sich vor allem in Gotha und Umgebung die teilweise kritische Frühzeit der Wittenberger Reformation besonders konkret. Seit dem Sommer 1524 wurde, unterstützt vom kursächsischen Hof, Friedrich Myconius als Prediger in der Stadt und ihrem Umfeld tätig. Südwestlich von Gotha, im Amt Tenneberg, fand im Frühjahr 1526 eine der ersten Visitationen im kursächsischen Herrschaftsbereich statt. Die Vorgänge im kirchlichen und gesellschaftlichen Leben, die auch tief in persönliche Verhältnisse eingegriffen sowie auf die Wirtschaft und Bildung eingewirkt haben, lassen sich bis in die dörfliche Lebenswelt hinein verfolgen. So entsteht ein plastisches Bild jener Veränderungen, die die Geschichte des Landes für die folgenden Jahrhunderte geprägt haben.